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Es handelt sich dabei um den Fall der Grundschullehrerin Sabine Czerny aus Oberbayern, der im Jahr 2008 und 2009 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat. ​Der Fall lief damals genau so ab, wie du es im Kopf hast – mit ein paar typisch bürokratischen Details: ​Was war passiert? ​Sabine Czerny unterrichtete eine vierte Klasse in Bayern. Ihr pädagogisches Mantra war, den Unterricht so verständlich und spannend zu gestalten, dass jedes Kind den Stoff wirklich versteht. Das funktionierte in Mathematik und Deutsch so gut, dass ihre Schüler in den Proben fast ausschließlich Einsen und Zweien schrieben. ​Am Ende des Schuljahres führte das dazu, dass sich über 90 % ihrer Schüler für den Übertritt an eine Realschule oder ein Gymnasium qualifizierten (normal waren in der Region Quoten von rund 40–50 %). ​Die Reaktion der Schulbehörde ​Anstatt sich über den Erfolg zu freuen, wurden Schulleitung und Schulamt misstrauisch. Im bayerischen Schulsystem gilt traditionell das ungeschriebene Gesetz, dass Noten eine gewisse
Es handelt sich dabei um den Fall der Grundschullehrerin Sabine Czerny aus Oberbayern, der im Jahr 2008 und 2009 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat. ​Der Fall lief damals genau so ab, wie du es im Kopf hast – mit ein paar typisch bürokratischen Details: ​Was war passiert? ​Sabine Czerny unterrichtete eine vierte Klasse in Bayern. Ihr pädagogisches Mantra war, den Unterricht so verständlich und spannend zu gestalten, dass jedes Kind den Stoff wirklich versteht. Das funktionierte in Mathematik und Deutsch so gut, dass ihre Schüler in den Proben fast ausschließlich Einsen und Zweien schrieben. ​Am Ende des Schuljahres führte das dazu, dass sich über 90 % ihrer Schüler für den Übertritt an eine Realschule oder ein Gymnasium qualifizierten (normal waren in der Region Quoten von rund 40–50 %). ​Die Reaktion der Schulbehörde ​Anstatt sich über den Erfolg zu freuen, wurden Schulleitung und Schulamt misstrauisch. Im bayerischen Schulsystem gilt traditionell das ungeschriebene Gesetz, dass Noten eine gewisse "Gaußsche Normalverteilung" (eine Kurve mit einem klaren Schnitt, also auch Dreiern, Vierern und Fünfern) abbilden müssen, um die Schüler sauber zu sieben. ​Der Vorwurf: Es wurde vermutet, Czerny würde die Proben zu leicht machen, die Noten "verschenken" und damit den "Schulfrieden gefährden". ​Die Schikanen: Die Behörden forderten sie auf, strenger zu bewerten. Als sie sich weigerte, wurde eine amtsärztliche Untersuchung angeordnet, um ihre psychologische Eignung zu prüfen (den Test bestand sie problemlos). ​Die Konsequenz: "Gecancelt" oder entlassen? ​Entlassen wurde sie nicht – da sie Beamtin war, ging das rechtlich nicht so einfach. Die Behörden griffen daher zu einem anderen Mittel: Sie wurde strafversetzt. ​Man zog sie mitten im Schuljahr von ihrer geliebten Klasse ab und versetzte sie an eine andere Schule. Die offizielle Begründung der Behörden war "Fürsorge" und der Erhalt des Schulfriedens, weil sich wohl auch einige Eltern anderer Klassen beschwert hatten, warum deren Kinder so viel schlechtere Noten schrieben. ​Das Nachspiel ​Der Fall löste eine riesige Debatte über den Sinn von Noten und den "Sortierauftrag" von Grundschulen aus. ​Czerny bekam enormen Rückhalt von den Eltern ihrer ehemaligen Klasse und vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). ​Im Jahr 2009 erhielt sie für ihren Mut das Karl-Steinbauer-Zeichen für Zivilcourage. ​Später schrieb sie ein Buch mit dem passenden Titel: "Was wir unseren Kindern in der Schule antun: Der Notenwahn und seine Opfer", in dem sie das System scharf kritisierte. ​Sie hat das bayerische Schulsystem also nicht umgestürzt, aber sie wurde zu einer der bekanntesten Symbolfiguren für die Kritik am frühen Selektionsdruck in der Grundschule.

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