beat :
Wo echte Meinungsfreiheit beginnt, verliert Macht ihre Bequemlichkeit. Genau deshalb wird sie von manchen Politikern bekämpft. Wer sich im Machtapparat eingerichtet hat, fürchtet Kritik mehr als jedes Sachproblem. Meinungsfreiheit entlarvt, kontrolliert und begrenzt – und das ist für Machtmenschen unerträglich. Für viele Politiker ist Meinungsfreiheit nicht demokratisches Fundament, sondern persönliche Zumutung. Sie empfinden Kontrolle als Demütigung, Widerspruch als Angriff auf ihre Existenz. Deshalb versuchen sie, Kritik zu diskreditieren, einzuhegen oder moralisch zu delegitimieren. Doch eine Demokratie, in der der Souverän schweigen soll, ist keine Demokratie mehr – sie ist nur noch verwaltete Macht. Das betrifft auch den öffentlich-rechtlichen Journalismus. Wo Journalisten ihre Kontrollfunktion gegen Nähe zur Macht eintauschen, leidet die Meinungsfreiheit gleich doppelt. Statt kritisch zu hinterfragen, wird oft eingeordnet, relativiert oder belehrt. Kritik an Politik wird gefiltert, Kritik aus der Bevölkerung moralisch bewertet. So wird Journalismus vom Korrektiv zum Verstärker der Macht – und genau das untergräbt Vertrauen, Glaubwürdigkeit und demokratische Kontrolle.
2026-02-02 07:06:39