Amelia :
Ich kann natürlich nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen, aber bei mir war das alles ziemlich intensiv. Ich hatte meinen Platz im Grunde schon zu 99 % seit meiner Geburt sicher – ähnlich wie es jetzt bei meinen eigenen Kindern ist. Dadurch war meine Situation ein bisschen anders als bei den meisten. Eigentlich wollte ich nie an die Harvard gehen, sondern immer nur nach Yale. Ich hatte von beiden Universitäten eine Zusage, habe mich dann aber wegen meiner Familiengeschichte mit Harvard für Harvard entschieden. Diese Entscheidung hat mich in den Monaten vor dem Studienbeginn mental extrem belastet – ich war wirklich am Ende. Auch die Anfangszeit war sehr schwierig, ehrlich gesagt die schlimmste Phase meiner gesamten Zeit an Harvard. Genau wie du es beschrieben hast, stellt man sich ständig diese Fragen: WARUM ICH? HABE ICH DAS ÜBERHAUPT VERDIENT? Mit der Zeit wurde es besser, und diese Gedanken sind verschwunden. Sie kamen erst ganz am Ende wieder zurück. Am Abend vor meiner Abschlussvergabe war plötzlich alles wieder da, obwohl ich Bestnoten hatte und viele Erfolge vorweisen konnte. Trotzdem habe ich mich gefragt, was ich eigentlich habe, außer meiner Familie. Es war wie ein Déjà-vu von vor vier Jahren. Sogar als ich mein Diplom in den Händen hielt, kamen diese Zweifel noch einmal zurück. Deshalb sage ich meinen Bewerberinnen und Bewerbern immer: Wenn ihr angenommen werdet, dann, weil Harvard etwas in euch sieht. Etwas, das euch genau dorthin gehört. Und ganz ehrlich: Es ist egal, was andere erreicht haben, ob sie Präsidenten werden oder Nobelpreise gewinnen. Vergleicht euch nicht. Ihr müsst euch dadurch nicht klein fühlen. Jannik, du schaffst das ! Du bist wegen deiner eigenen Leistung in Harvard ! Und vor allem: Du bist GENUG!
2026-03-18 20:36:25