Mr. Fresh :
Ich bin etwas älter als du und kann das alles sehr gut nachvollziehen, denn ich habe genau dasselbe durchgemacht. Ausbildung, Studium, dann ein Jahr arbeitslos nach dem 11. September, das war die schlimmste Zeit meines Lebens, weil ich mich selbst fertiggemacht habe mit ständigen Zweifeln an meiner Vergangenheit, meinen Entscheidungen und der Zukunft. Trotzdem ging es weiter, es kamen neue Krisen, Rückschläge, aber auch richtig gute Zeiten. Wenn ich heute zurückblicke, denke ich vor allem: Ich hätte vieles viel gelassener sehen sollen. Klar, das sagt sich leicht, wenn man mittendrin steckt, dann fühlt sich alles grausam und deprimierend an und man macht sich viel zu viele Sorgen, besonders beruflich. Natürlich muss man Geld verdienen, aber man ist mehr als sein Job. Wenn man älter wird, zählen plötzlich ganz andere Dinge: Gesundheit, Zufriedenheit und die Menschen, die einen mögen. Ich ärgere mich heute noch, dass ich so viel Lebenszeit mit Angst und Selbstvorwürfen verschwendet habe. Vergleiche mit anderen sind im Nachhinein völlig absurd. Deshalb mein Rat an alle, die jetzt jung sind und sich gerade kaputt machen: Es geht immer weiter. Versucht, die Dinge gelassener zu sehen und verfolgt eure Träume, solange ihr könnt später wird es meist schwerer. Und bei Arbeitslosigkeit hilft eine feste Routine: 4 bis 6 Stunden am Tag aktiv Bewerbungen schreiben und recherchieren, danach Feierabend. So hast du den Rest des Tages frei, ohne schlechtes Gewissen. Ich wünsche euch alles Gute. Ihr werdet bald in einer ganz neuen Situation sein und das hier schon halb vergessen haben.
2026-04-03 14:28:07