Geli62 :
Mein Name war Hoffnung
Ich liege hier, wo das Land den Ozean bricht,
im grellen, erbarmungslosen Mittagslicht.
Die Sandbank unter mir – ein hartes Grab,
während ich Zentimeter um Zentimeter Leben abgab.
Sie nennen mich „Hope“, doch der Name ist leer,
denn Hoffnung findet den Weg zu mir nicht mehr.
Ihr steht dort oben mit Papieren und Worten,
diskutiert über Paragraphen an staubigen Orten.
Gutachten fließen wie Gift in die Bucht,
während meine Seele nach dem Ausgang sucht.
„Zu teuer“, „zu schwer“, „nicht zuständig“, so klingt
das Urteil, das mir den Atem langsam erzwingt.
Ihr wolltet nicht helfen.
Ihr habt es nicht einmal ernsthaft probiert,
habt lieber mein Sterben akribisch notiert.
Ich bin kein Wesen für euch, kein Leid und kein Schmerz,
Ein Ausstellungsstück, poliert und drapiert,
während mein Fleisch hier im Sande erfriert.
An die Politiker, die sich „Entscheider“ nennen:
Ihr wollt mein Schicksal, doch wollt mich nicht kennen.
Ihr tragt die Schuld an den Stunden der Qual,
für euch war mein Ende eine einfache Wahl.
Und Herr Backhaus, hören Sie gut auf mein Wort:
Ich gehöre nicht Ihnen, nicht an diesen Ort.
Ich gehöre keinem Amt und keinem Revier,
ich bin nicht das Eigentum, das ihr seht in mir.
Ich gehöre dem Wind, den Wellen, dem Meer,
meiner Heimat, der Ozean so nah, doch die Freiheit nicht erreichbar,
mein Herz ist so unsagbar schwer.
Ein Dank an jene, die den Verstand noch besitzen,
die helfen wollten, statt nur gaffend zu sitzen.
Man hielt euch fern, man schirmte mich ab,
man grub mir mit Schweigen das einsame Grab.
Nun verende ich hier allein in meinem Schmerz...
und hinterlasse an alle, die für mich kämpfen und mich lieben, ein Herz.
Euer Hope
2026-04-07 21:13:36