user5461601587119 :
Habe mir das Manifest durchgelesen.
Problem 1: dass Leid in sich schlecht ist, und das einzige ist, das schlecht ist,ist stark anfechtbar. Spätestens da, wenn du mal Antibiotikum nehmen musst. An anderer Stelle wird auch behauptet, dass Sklaverei in sich schlecht ist. Das widerspricht sich mit ihrer Hauptprämisse. Es wird auch nicht normativ erklärt, wieso Leid in sich schlecht ist, sondern tautologisch - Leid ist in sich schlecht, weil es eben in sich schlecht ist.
Problem 2: Konsensbruch wird als Prämisse gesetzt - wir hätten nicht zugestimmt leiden zu müssen. Es hat aber auch kein bis jetzt ungeborenes Wesen zugestimmt, dass ihm ein Eintritt in die Welt bewusst verwehrt wird. Damit sich das Manifest nicht in einen Doppelstandard begibt, müsste die Argumentation ohne das Konsens-Argument auskommen.
Problem 3: die ganzen Axiome müssten sich beweisen können gegen die Leid-fokussierenden philosophischen Schulen wie den Utilitarismus, den Buddhismus, die Stoa, den Epikuerismus, den Existenzialismus, ... . Hier gibt es auch Grundannahmen, an die man einfach glauben muss, aber die sind zumindest in sich schlüssig.
Darauf wird nie vernünftig eingegangen, es werden nur massive Strohmänner aus Gegenpositionen gemacht. Andere Ansätze sind pauschal heuchlerisch, metaphysische Konzepte werden mit Magie verwechselt, und noch ne Ladung tautologische Begründungen ("Realismus ist die beste Denkweise, weil es Realismus ist").
Das ist keine philosophische Ethik, das wirkt eher wie dogmatisches Indoktrinationsmaterial - strukturell ähnlich zu den religiösen Werken, die sie kritisieren.
2026-05-17 11:40:57