Steverengo :
Warum soll das kein Standard-Check-up sein? Warum nicht? Sie sehen das so, erklären aber nicht, warum.
Dass das kausal zusammenhängt und der Lp(a)-Wert ausschlaggebend dafür sein kann, das eigene kardiovaskuläre Risiko zu erkennen, ist doch genau der Punkt. Wenn man weiß, dass dieser Wert sehr hoch ist, kann man anschließend seinen Lebensstil und vor allem die anderen beeinflussbaren Risikofaktoren entsprechend anpassen.
Denn eines ist klar: Es gibt Menschen, deren Cholesterinwerte top sind, während die Triglyzeridwerte katastrophal sind. Der Arzt erzählt einem trotzdem, alles sei in Ordnung. Man hat eine Fettleber, obwohl man weder Alkohol trinkt noch Drogen konsumiert – wieder heißt es: alles in Ordnung. Dann bekommt man eine KHK, und plötzlich heißt es: „Das kommt mit dem Alter.“ Dann kommt der Stent und anschließend die Statine.
Und dann geht man zu einem Professor im Nierenzentrum, der einem erklärt, wie wichtig der Lp(a)-Wert für die Einschätzung des kardiovaskulären Risikos ist – und Sie erzählen hier, das gehöre nicht zum Standard-Check-up. Und natürlich darf man die wirtschaftliche Seite nicht völlig ausblenden. Invasive Behandlungen wie Stentimplantationen oder Bypass-Operationen sind für das Gesundheitssystem und die Kardiologie nun einmal ein ganz anderer Markt als Prävention – beispielsweise rechtzeitig auf Ernährung, Zucker, Bewegung und erhöhte Triglyzeride zu reagieren oder, wo medizinisch sinnvoll, Omega-3 einzusetzen.
An einem Patienten, der zehn oder zwanzig Jahre vorher seine Risikofaktoren in den Griff bekommt, verdient das System eben deutlich weniger als an einem Patienten, der irgendwann mit einer manifesten KHK im Herzkatheterlabor liegt.
Mit Prävention lässt sich eben schlechter Porsche fahren und ein Haus am Chiemsee finanzieren. Vielleicht liegt genau deshalb der Schwerpunkt unseres Systems viel zu oft auf Reparatur statt auf Verhinderung ODER????
2026-09-02 23:54:41