@lukas_weisser1: Hüftschmerzen sind ein Paradebeispiel für den größten Denkfehler in der Schmerztherapie: Das Gefühl von Enge mit der Notwendigkeit zu dehnen zu verwechseln. Wenn dein Gesäßmuskel zieht und schmerzt, ist er in den seltensten Fällen zu kurz. Meistens ist er schlichtweg überlastet oder fehlerhaft angesteuert. Er steht unter einer sogenannten Schutzspannung. Er macht fest, um deinem Becken und deiner Hüfte die Stabilität zu geben, die das System aktuell nicht aus eigener Kraft halten kann. Dehnst du diesen Muskel nun intensiv, nimmst du deinem Körper die letzte Stabilität, die er sich mühsam aufgebaut hat. Das Resultat: Dein Nervensystem reagiert mit noch mehr Spannung und Schmerz, um sich zu schützen. Der Körper braucht Sicherheit, um Bewegung freizugeben. Statt passiv zu ziehen, müssen wir die Kette aktiv ansteuern. Durch eine gezielte Aktivierung der tiefen Hüftmuskulatur signalisierst du deinem Gehirn, dass die Stabilität wieder da ist. Erst wenn diese Sicherheit registriert wird, kann die oberflächliche Muskulatur die unnötige Spannung loslassen. Wahre Beweglichkeit ist immer das Ergebnis von Stabilität. Es geht nicht darum, den Muskel weich zu klopfen, sondern die funktionelle Logik dahinter zu verstehen. Dein Schmerz ist kein Defekt, sondern ein Hinweis auf eine Instabilität, die du aktiv lösen kannst.
Lukas Weißer
Region: DE
Sunday 17 May 2026 16:01:47 GMT
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Comments
Irene Thiel :
Ich hab IsG und ganz steife Becken kann kaum 5 Minuten stehen 😢Bitte helfen Sie mir
2026-05-19 08:34:05
1
Marittchen :
Macht die Übung auch Sinn bei beidseitigen Hüftdysphlasie und ISG-Syndrom?
2026-05-17 16:30:51
0
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