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Das deutsche Baurecht ist im Grunde ein riesiger, starrer Tanker aus den 1960er und 70er Jahren – und wir versuchen gerade, damit Slalom im Münchner Wohnungsnot-Chaos zu fahren. Das funktioniert hinten und vorne nicht.
Wenn man sich anschaut, wie unflexibel diese Gesetze sind, versteht man erst, warum beim Wohnungsbau alles so quälend langsam läuft:
1. Einmal Büro, immer Büro (Die Nutzungsänderung)
Das Gesetz trennt in Deutschland strikt zwischen "Gewerbegebiet" und "Wohngebiet". Wenn ein Gebäude als Büro genehmigt wurde, darf man da nicht einfach Betten reinstellen und Leute wohnen lassen. Für jede einzelne Umwandlung braucht es ein jahrelanges, bürokratisches Verfahren (eine sogenannte Nutzungsänderung). Da müssen Brandschutz, Stellplätze und Denkmalschutz komplett neu verhandelt werden, als würde man das Gebäude neu bauen. Das dauert oft Jahre.
2. Der Lärmschutz-Irrsinn
In Deutschland gilt: Ein Büromitarbeiter darf tagsüber mehr Lärm abbekommen als ein Mieter nachts beim Schlafen. Das klingt logisch, führt aber zu absurden Situationen: Wenn an einer lauten Straße (wie der Richard-Strauss-Straße) ein Büro steht, stehen die Fenster oft leer. Man dürfte dort theoretisch sofort Wohnungen einrichten – aber das Gesetz verbietet es, weil die Dezibel-Werte für Wohnraum nachts zu hoch sind. Das Gesetz sagt hier quasi: Lieber lassen wir das Gebäude leer stehen, als dass wir Menschen darin wohnen lassen, weil es draußen zu laut ist.
2026-06-22 05:10:05