@armenien_1915_: Foto:„Eine Armenische Familie in Westarmenien in der Stadt Kharpert (Harput) (Quelle: Amherst College, Archives and Special Collections, William Earl Dodge Ward Papers)“ Die Dauer und Ausprägung der sogenannten „Brautzeit“ waren in vielen ländlichen Regionen stark von der jeweiligen Haushaltsstruktur abhängig. Neu einheiratende Frauen übernahmen neben den allgemeinen Hausarbeiten häufig zusätzliche Aufgaben als jüngste Schwiegertochter. Charakteristisch war eine Phase sozialer Zurückhaltung, in der die Braut ihr Gesicht teilweise verhüllte und stark eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten hatte. Diese Schweigezeit wurde im Armenischen als „munc bahel“ bezeichnet. In vielen Fällen durfte die Braut nur mit Kindern sprechen, während der Kontakt zu Erwachsenen und männlichen Haushaltsmitgliedern stark eingeschränkt war. Die Dauer dieser Phase variierte erheblich und konnte von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen. Häufig endete sie symbolisch mit der Geburt des ersten Kindes oder durch eine Entscheidung innerhalb der Schwiegerfamilie, insbesondere der Schwiegermutter. Insgesamt zeigt sich, dass der soziale Status der Braut weniger regional einheitlich geregelt war, sondern stark von Familienstruktur und inneren Hierarchien innerhalb des Haushalts bestimmt wurde. #tradition #sitte #harput #harput #Armeniertradition