@reichstendergeschichte: Sie war eine der reichsten Frauen Deutschlands – und verlor innerhalb weniger Monate fast ihr gesamtes Vermögen. 1927 eröffnete Gustav Schickedanz in Fürth einen kleinen Laden. Daraus wuchs über Jahrzehnte das Versandhaus Quelle, ergänzt durch Zukäufe wie die Vereinigten Papierwerke Heroldsberg und die Brauerei Geismann. Zur Geschichte gehört ein schweres Kapitel: Schickedanz war NSDAP-Mitglied und erwarb einen erheblichen Teil seines Vermögens durch „Arisierungen” – laut einer Klageschrift von 1949 stammten über 7 Millionen Reichsmark seines damals 9,3 Millionen Reichsmark schweren Besitzes aus ursprünglich jüdischem Eigentum. Nach dem Krieg wurde sein Vermögen größtenteils beschlagnahmt, bis 1949 durfte er sein eigenes Unternehmen nicht leiten. Nach seiner Rehabilitierung baute Schickedanz Quelle mit seiner Frau Grete zu einem der größten Versandhäuser Europas aus. Alleinerbin wurde nach seinem Tod 1977 die gemeinsame Tochter Madeleine Schickedanz, die operativ nie selbst tätig wurde, aber über Jahrzehnte bedeutende Anteile hielt – ihr Vermögen wurde zeitweise auf über drei Milliarden Euro geschätzt. Quelle war inzwischen mit Karstadt zur börsennotierten Arcandor AG verschmolzen. Als der Konzern am 9. Juni 2009 Insolvenz anmeldete, schrumpfte ihr Vermögen dramatisch; ihr Aktienpaket war laut eigenen Angaben im Juli 2009 nur noch 27 Millionen Euro wert. 📌 Serie: Die reichsten der Geschichte #schickedanz #quelle #arcandor #geschichte #insolvenz