Jony :
Genau mit solchen vereinfachten Rechnungen werden die Leute zum Immobilienkauf gedrängt. Bei der Miete wird jeder Euro als „verloren“ dargestellt, beim Kauf dagegen wird fast alles schöngerechnet. Wo sind Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, eventuell Makler, Grundsteuer, Versicherungen, laufende Reparaturen und größere Sanierungen? Und vor allem: Wo ist die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung? Genau das erleben gerade viele Menschen. Vor zehn Jahren wurde teilweise zu rund 1–2 % finanziert, heute muss die Restschuld möglicherweise zu deutlich höheren Zinsen weiterfinanziert werden. Wer damals wegen der schönen niedrigen Monatsrate nur minimal getilgt hat, steht nach zehn Jahren immer noch mit einer hohen Restschuld da. Dann wird aus der angeblich entspannten Rate plötzlich eine ganz andere monatliche Belastung. Gleichzeitig wird hier einfach angenommen, dass eine Immobilie für 280.000 € nach zehn Jahren 320.000 € wert ist. Woher weiß das bitte jemand? Immobilienpreise können steigen, stagnieren oder fallen. Aber in solchen Werberechnungen steigt der Wert natürlich immer. 😂 Und dann steht da schön „Vermögen: Eigentum + Wert“, obwohl ein großer Teil der Immobilie möglicherweise immer noch der Bank gehört. Genau deshalb bin ich heute gegen einen Immobilienkauf um jeden Preis. Kaufen kann sinnvoll sein, aber nur wenn Preis, Eigenkapital, Tilgung und Finanzierung wirklich passen. Dieses Märchen „Miete ist rausgeworfenes Geld und Kaufen macht dich automatisch reich“ ist einfach unseriös.
2026-08-09 06:26:46