Raimund Günster :
Eine so gigantische Menge Wasser – etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer – würde sich im Weltraum aufgrund ihrer eigenen Masse zu einer riesigen, annähernd perfekten Kugel (einem flüssigen Ozean-Planeten) formen, während sie gleichzeitig durch das umgebende Vakuum heftig kochen und verdampfen würde.
Die physikalischen Prozesse, die in diesem Szenario ablaufen, lassen sich in folgende Punkte unterteilen:
Eigene Schwerkraft (Self-Gravity): Entgegen der Annahme, dass ohne Erdanziehung gar keine Anziehungskraft existiert, besitzt eine Wassermasse dieser Größenordnung (ca. 1,4 \times 10^{21} kg) ein beachtliches eigenes Gravitationsfeld. Dieses reicht aus, um das Wasser durch seine eigene Masse in eine stabile Kugelform mit einem Radius von knapp 700 Kilometern (hydrostatisches Gleichgewicht) zu ziehen.
Sieden im Vakuum (Flash-Boiling): Da im Weltraum kein Luftdruck herrscht, liegt der Umgebungsdruck bei Null. Flüssiges Wasser hat unter diesen Bedingungen einen viel höheren Dampfdruck und beginnt sofort und extrem heftig zu kochen, selbst wenn es anfangs eiskalt oder lauwarm war.
Dampf- und Gasphase: Ein massiver Teil des äußeren Wassers würde explosionsartig verdampfen. Da das Wasser durch seine eigene Schwerkraft zusammengehalten wird, würde sich um den flüssigen Kern herum eine gigantische, dichte Dunst- und Dampfatmosphäre bilden.
2026-09-02 13:32:52