GETEMETIRES :
Den Menschen sehen
Es gibt Menschen, die sagen:
„Ich habe alles allein geschafft. Ich habe alles allein aufgebaut. Ich habe alles allein erschaffen.“
Aber wenn wir ehrlich sind: Hat das wirklich jemand ganz allein geschafft?
Wir alle sind irgendwo hergekommen. Wir hatten Eltern, Großeltern, Vorfahren. Wir haben Menschen getroffen, von denen wir etwas gelernt haben. Manche Menschen hatten viel Unterstützung, andere hatten wenig oder vielleicht sogar gar keine. Aber niemand entsteht aus dem Nichts.
Deshalb sollten wir vorsichtig sein, wenn wir anfangen, uns über andere zu stellen und zu sagen:
„Schau, was ich geschafft habe – und du hast es nicht geschafft.“
Denn das macht einen Menschen nicht größer. Es zeigt nur, dass er vergessen hat, wie viel von seinem eigenen Weg auch durch andere Menschen, durch Umstände, durch Möglichkeiten und durch Zufälle geprägt wurde.
Wir sollten nicht durchs Leben gehen und denken:
„Wenn einer es geschafft hat, dann kann es jeder schaffen, und wer es nicht schafft, ist selbst schuld.“
So einfach ist das Leben nicht.
Jeder Mensch hat eine andere Geschichte. Jeder Mensch trägt andere Erfahrungen, andere Verletzungen, andere Möglichkeiten und andere Grenzen in sich.
Und trotzdem steckt in jedem Menschen etwas Gutes.
Wir sollten nicht versuchen, dieses Gute voneinander fernzuhalten. Wir sollten versuchen, es hervorzubringen.
Manche Menschen sagen: „Gott liebt euch.“
Wenn man diesen Gedanken ernst nimmt, dann sollte daraus doch auch etwas Menschliches entstehen: Respekt, Verantwortung, Mitgefühl und der Wille, miteinander gut umzugehen.
Denn wir haben diese Welt nicht selbst erschaffen. Wir sind hier, weil vor uns Menschen gelebt haben. Und irgendwann werden nach uns Menschen kommen.
Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, was wir hinterlassen.
Hört nicht auf Menschen oder Strukturen, die Religion benutzen, um Menschen gegeneinander aufzubringen. Religion kann für Menschen etwas sehr Persönliches und Bedeutungsvolles sein. Aber sobald Menschen daraus ein Werkzeug machen, um andere abzuwerten, zu beherrschen oder auszugrenzen, verlieren sie den Menschen aus dem Blick.
Dasselbe gilt für Nationalismus.
Kein Mensch kann sich
2026-09-17 16:16:25