Kerstin :
Für mich ist eine Trennung kein Testlauf. Kein „Mal schauen, ob ich zurückkomme“. Kein stilles Warten darauf, dass der andere irgendwann erkennt, was er an mir hatte.
Wenn ich mich trenne, dann ist dieser Moment nicht der Anfang meiner Entscheidung, sondern meistens das Ende eines langen inneren Weges. Bis dahin sind Gespräche geführt worden. Dinge angesprochen worden. Grenzen erklärt worden. Enttäuschungen passiert. Und wahrscheinlich wurde viel länger gehofft, ausgehalten und versucht, als man von außen überhaupt sehen konnte.
Ich gehe nicht bei der ersten Schwierigkeit. Ich gehe, wenn in mir irgendwann dieser ganz stille Punkt erreicht ist, an dem ich weiß: Ich kann hier nicht mehr bleiben, ohne mich selbst zu verlieren.
Und wenn ich dann die Tür hinter mir schließe, dann schließe ich sie nicht, damit jemand von draußen irgendwann dagegenklopft und mir erzählt, dass er jetzt verstanden hat, was er an mir hatte.
Denn wenn etwas noch hätte repariert werden können, dann hätte man es vorher reparieren können.
Wenn etwas noch hätte gerettet werden können, dann hätte man es vorher retten können.
Wenn jemand wirklich etwas verändern wollte, dann hätte es dafür nicht erst meine Abwesenheit gebraucht.
Deshalb gibt es bei mir auch kein romantisches „Er kommt zurück, weil er merkt, was er verloren hat“.
Vielleicht merkt er es. Vielleicht auch nicht.
Aber das ist dann nicht mehr meine Geschichte.
Ich blockiere nicht, um jemanden zu bestrafen. Ich blockiere, weil ich manchmal weiß, dass eine geschlossene Tür auch wirklich geschlossen bleiben muss, damit ich nicht ständig wieder einen Fuß dazwischenstellen lasse.
Denn ich habe nicht monatelang gelernt, mich selbst ernst zu nehmen, um mich anschließend von einem „Ich habe nachgedacht“ wieder zurück in etwas ziehen zu lassen, aus dem ich mich bewusst befreit habe.
Und vielleicht klingt das für manche hart.
Für mich ist es inzwischen einfach Klarheit.
Wenn ich liebe, dann liebe ich.
Wenn ich kämpfe, dann kämpfe ich.
Wenn ich bleibe, dann bleibe ich.
Aber wenn ich gehe, dann gehe ich.
Und dann gibt es keinen roten Faden mehr, der mich zurückzieht. Kein „Vielleicht“. Kein „Irgendwann“. Keine Hintertür.
Nur noch diesen einen Weg
2026-09-28 04:59:38