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Also ich kann ja mal erzählen, wie das in der Baubranche so läuft. Wenn der öffentliche Dienst eine Ausschreibung raushaut und du das Ding auf den Tisch bekommst, kalkulierst du ganz normal deinen Preis und denkst dir anschließend: „Schön. Und jetzt mal drei.“ 😂
Das ist eigentlich fast schon Usus. Hat auch seine Gründe. Der öffentliche Dienst ist bei der Bezahlung nämlich manchmal erstaunlich kreativ. Skonto wird gerne mal vergessen, Rechnungen werden auch mal deutlich nach dem eigentlichen Zahlungstermin bezahlt und dazu kommt noch der ganze andere bürokratische Zirkus, den man als Unternehmer so genießen darf.
Also schlägst du einfach ordentlich was drauf. Nicht weil du plötzlich größenwahnsinnig geworden bist, sondern weil du weißt, dass du unter Umständen erstmal deine Leute und das Material bezahlen musst, während dein Geld irgendwo in den Tiefen der öffentlichen Verwaltung ein gemütliches Nickerchen macht. 😂
Und wenn du den Auftrag dann tatsächlich bekommst, denkst du dir: „Na gut, dann warte ich eben ein bisschen auf mein Geld. Dafür ist wenigstens etwas mehr Gewinn dabei.“ Und der Kredit, den du zwischenzeitlich aufnehmen musst, um überhaupt weiterarbeiten zu können, bezahlt sich damit im Idealfall gleich mit.
Kurz gesagt, öffentliche Ausschreibung bedeutet in manchen Fällen nicht „Was kostet die Leistung?“, sondern eher „Was kostet die Leistung plus mein Nervenzusammenbruch plus der Zwischenkredit?“
2026-10-08 16:30:03