Melone🍉 :
Es ist eine Instrumentalisierung des Judentums. Diese Religion wird seit Jahrtausenden ununterbrochen genutzt. Auch Israel schadet ihm damit, indem ständig religiöse Sätze fallen, um politische Handlungen zu legitimieren.
Wenn man behauptet, es sei antisemitisch, die Politik Israels zu kritisieren, macht das echten Antisemitismus viel kleiner, als er ist, und lässt ihn weniger ernst erscheinen. Antisemitismus ist eine schwerwiegende Anschuldigung, und jemanden damit zu bezichtigen, erfordert einen triftigen Grund – immerhin wird man dadurch indirekt mit Schwerverbrechern verglichen.
Ich habe auf TikTok eine Jüdin aus den USA gesehen, die an Krebs erkrankt ist. Sie hat in ihrem Video erklärt, wie wichtig ihre Religion für sie ist und wie viel Kraft sie ihr gibt. Umso trauriger macht es, wie ihre Religion von Menschen instrumentalisiert wird, die sich selbst als Beschützer des Judentums bezeichnen. Sie selbst wurde als Antisemitin beschimpft, was mir unglaublich leidtat.
Diese Instrumentalisierung schützt das Judentum keineswegs – vielmehr schadet sie ihm, genau wie es auch bei anderen Religionen der Fall ist. Deutschland hat Probleme damit, zwischen „jüdisch sein“ und „israelisch sein“ zu differenzieren. Das ist sehr merkwürdig für ein Land, in dem Religion nicht an erster Stelle steht und Menschen normalerweise nicht nach ihrem Glauben beurteilt werden. Deutschland äußert sich mehrfach kritisch, wenn eine solche Instrumentalisierung in anderen Ländern herrscht – wie zum Beispiel im Iran oder in Afghanistan. Bei Israel hingegen wird geschwiegen.
Für mich hat Staatsräson immer den Schutz des Judentums und der Gläubigen bedeutet. Jedoch wird nun auch die Politik Israels geschützt, die vermehrt gegen Menschenrechte verstößt. Deutschland sollte das Recht – und die Pflicht – haben, Juden zu schützen und gleichzeitig Israels Politik zu kritisieren. Am Ende ist es das Judentum, das ausgenutzt wird.
2026-10-11 17:05:20