Miki :
„Die Tatsache, dass sich zu diesem Thema fast ausschließlich Männer äußern, sollte uns nachdenklich stimmen. Wie lange wollen wir diese Rolle noch klaglos akzeptieren? Es ist an der Zeit, das eigene Leben wieder selbstbestimmt zu gestalten, Prioritäten neu zu setzen und das persönliche Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen. Oftmals drängt sich der Eindruck auf, wir würden auf eine Funktion reduziert – als Geber einer Liebe, die von der Gegenseite vor allem eigennützig eingefordert wird. Man investiert Jahre seines Lebens, opfert sich auf und verliert letztlich durch eine plötzliche Trennung alles auf einen Schlag.
Selbst tradierte Rollenbilder, die uns vielleicht schon von der vorherigen Generation vermittelt wurden, müssen kritisch hinterfragt werden. Uns wurde auferlegt, die unerschütterliche Stütze für Frau, Kinder und Familie zu sein, während andere das Leben in vollen Zügen genießen. Ein Austausch findet oft reibungslos statt, was nicht selten in tiefe persönliche Krisen führt.
Werte Herren, kein Mensch ist es wert, dass man die eigene Existenz für den Lebensentwurf eines anderen opfert. Auch wir haben ein Recht auf die Verwirklichung unserer Träume, die wir allzu oft bewusst zurückstellen – bis die Partnerschaft scheitert und wir vor den Trümmern unserer Identität stehen. Die idealisierte Vorstellung der wahren Liebe erweist sich häufig als ein rein gesellschaftliches Erziehungsprodukt, an das wir gläubig festgehalten haben.
Mit 53 Jahren Lebenserfahrung habe ich es noch nie erlebt, dass eine Frau Fehltritte in einer Ehe offen eingestanden hat; die Verantwortung wird pauschal dem Mann zugewiesen. Ich bin zahllosen Männern begegnet, die an diesem psychischen Druck zerbrochen sind und Zuflucht im Alkohol gesucht haben. Sie standen vor dem Nichts, obwohl sie alles gegeben hatten, während die Gegenseite längst ein neues Kapitel aufgeschlagen hat.“
2026-10-29 12:53:55